Langue actuelle Aktuelle Sprache

Clique ici pour suivre l’un de nos blogs de festivals de cinéma

Internationale Filmfestspiele Berlin Französische Filmwoche, Berlin Semaine de la critique Cannes Französische Filmtage Tübingen / Stuttgart Festival Du Cinema Allemand

Imani heißt Vertrauen

Imani

„In England bin ich eine Fremde, in Uganda bin ich auch eine Fremde. Aber ich finde es etwas Gutes, denn man beobachtet, wird beobachtet und reflektiert unaufhörlich über sich selbst.“ Durch ihren eigenen Lebenslauf beeinflusst, der sie im Kindesalter aus der ugandischen Hauptstadt Kampala zuerst für einige Jahre nach Kenia und im Anschluss nach London und Vancouver führte, sucht Caroline Kamya in ihrem neuen Film Imani nicht allein jene Tragik, die man für gewöhnlich mit Afrika in Verbindung bringt, sondern zeigt ein Panorama des ugandischen Lebens. Seit 2004 lebt sie wieder in Uganda.  Imani ist eine Hommage an ihre neue alte Heimat. Aus ihrer Beobachterposition möchte sie nicht den moralischen Zeigefinger heben, nicht idealisieren oder dramatisieren: „Die Wirkung des Films beim Publikum ist für mich von großer Bedeutung.  Das Bild des hoffnungslosen Kontinents ist überall auf der Welt so stark verwurzelt, dass das wirkliche Afrika kaum wahrgenommen wird. Meinen Zuschauern möchte ich das wirkliche Uganda zeigen.“

Imani steht übersetzt für Vertrauen, das Vertrauen, das die Protagonisten ins Leben, in ihre Freunde und Familie, in ihre Kultur haben. Dieses Vertrauen lässt sie die verschiedensten Hürden des Lebens und vor allem des Lebens in Uganda nehmen. Auch Caroline Kamya hat Vertrauen in Film, Publikum, und vor allem in  Uganda.

Beim Treffen mit der energiegeladenen Regisseurin erfahren wir von Nollywood, der unglaublich aktiven Filmszene Nigerias. Ihr Film steche mit seinem Anspruch an Lokalität jedoch ein wenig heraus, da Nollywood hauptsächlich englischsprachige Filme hervorbringe, die leichter internationale Verbreitung fänden. In Imani wechseln die Schauspieler beinahe willkürlich zwischen den Landessprachen Acholi, Luganda und der Sprache der alten Kolonialherren. Der Soundtrack wurde von hochkarätigen ugandischen Musikern gestaltet.

Zuletzt musste Caroline Kamya mit der Ungeduld der Darsteller kämpfen, die nach den fünfeinhalb Drehwochen am liebsten sofort den fertigen Film gehabt hätten. Umso größer ist deswegen die Aufregung der Regisseurin vor der Premiere im Kampala, denn das Berliner Publikum hatte das Privileg, den Film als erstes sehen zu dürfen. Ein Toi, toi, toi aus Berlin hat Caroline Kamya bei ihrer Rückreise auf jeden Fall mit im Gepäck!