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Master Of Sound – Walter Murch

Walter Murch © Blmurch 2008

 

Der Pate, Apocalypse Now, Der talentierte Mr. Ripley … das sind nur einige Projekte, an denen Walter Murch gearbeitet hat. Das schwarze Notizbuch, aus dem der Editor und Sound Designer auf der Bühne des Berlinale Talent Campus vorliest, ist knapp vierzig Jahre alt. Noch immer klingen sie genial, die Aufzeichnungen für den Filmanfang von Apokalypse Now. Wer erinnert sich nicht an den Helikopter-Sound zwischen den Dschungelgeräuschen, der eins wird mit den zischenden Drehungen des Ventilators im Hotelzimmer in Saigon. Der 70-jährige New Yorker öffnet uns die Ohren für eine versteckte Kunst im Film …

Hier fünf Geheimnisse des Master Of Sound:

1. Wir können zehnmal mehr Geräusche wahrnehmen als Lichtfrequenzen. Der Hör-Sinn ist der erste Sinn, der sich bei einem Embryo entwickelt. Ab dem fünften Monat hört ein Embryo den Herzschlag der Mutter – 24/7. Das ist extremer als jede Techno-Party. Kein Wunder, dass Babys schreien, wenn sie in ihrem Bett aufwachen, und sie hören nichts außer Stille. So every filmmaker should take care of the sound.

2. Jeder Film braucht Stille. Oft an den Stellen, wo man sie am wenigsten vermutet. Wer etwas über den Einsatz von Stille im Film lernen will, sollte sich Touch of Evil, M – Eine Stadt sucht einen Mörder oder No Country For Old Man ansehen.

3. Geräusche im Film sind meist kausal: Eine Tür schließt, wir hören klack. Eine tiefere Ebene entsteht, wenn durch Sound eine Geschichte erzählt wird, wenn er nicht direkt mit dem Bild zusammenhängt, sondern Stimmungen erzeugt. In Der Pate verstärkt ein sich nähernder und wieder wegfahrender Zug die extreme Anspannung, bevor Al Pacino seinen ersten Mord begeht.

4. Ein gutes Sound Design sollte immer dem Raum gerecht werden. Wie klingt eine kleine Kammer? Wie klingt ein Saal? Und ein gutes Sound Design sollte damit spielen, dass wir Geräusche im Alltag unterdrücken, um andere zu verstärken. Wenn wir lauschen, ob sich die Schritte hinter uns nähern oder ob sich im Gebüsch vor uns etwas regt, ignorieren wir alles andere.

5. Dialog und Musik sind Teil des Sound Designs. Je weniger Dialoge es in einem Film gibt, um sehr mehr Aufmerksamkeit bekommt der Sound. Musik kann die Botschaft eines Films verstärken oder ihn vollkommen überladen. „Wenn ein Komponist am Ende einer Filmproduktion mit der Musik kommt, ist er manchmal wie ein Sprayer, der den ganzen Film pink anmalt. Musik und Sound sollten schon während der Entstehung eines Filmes eine Rolle spielen. Nicht erst am Ende, so wie man für ein gutes Essen die Zutaten zusammen köcheln lässt und Knoblauch und Zwiebeln nicht erst am Ende dazugibt.“