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Nachgefragt: Wie bewertet man einen Film?

 

Was wäre ein Film, über den niemand redet? Und was wäre die Berlinale ohne die vielen akkreditierten Journalisten, die jeden Tag im Grand Hyatt Hotel den Saal der Pressekonferenz füllen und danach emsig ihre Kritiken in die Tasten hauen?  Als Sprachrohr für den Film entscheiden die Kritiken oftmals (aber nicht immer!) mit, ob er später erfolgreich ist oder nicht. Es gilt, das Werk zu decodieren, es auf Form und Inhalt hin zu analysieren. Die Kunst ist dabei, ihm wirklich gerecht zu werden. Ein guter Filmkritiker findet stets die Balance zwischen persönlicher Meinung und Objektivität. »Find ich scheiße » ist also noch lange keine Filmkritik…

Schreiben über Film

Die wohl größte Tradition der Filmkritik haben die Anfang der 50er Jahre gegründeten Cahiers du cinéma: Regisseure wie Rohmer, Godard, Truffaut und Chabrol begannen hier als junge Kritiker ihre Karriere durch das Schreiben über Filme und läuteten mit ihren polemischen Diskussionen die Ära des französischen Autorenkinos ein.

cahiers du cinéma

 

Reden über « Victoria » 

Und nach welchen Gesichtspunkten bewertet die  Dialogue en Perspective-Jury Filme? Auf meine Nachfrage hin bekomme ich von den Jurymitgliedern sehr unterschiedliche Antworten. « Für mich ist die Bewertung etwas sehr Subjektives, » sagt Pauline, « es hängt wirklich davon ab, wie ich mich beim Film gefühlt habe ». Hendrik ist ähnlicher Meinung. Für ihn ist außerdem Unterhaltungswert ein wichtiger Aspekt. Die erzählte Geschichte muss fesseln und der Zuschauer muss sich gleichzeitig darin wohlfühlen können. Alexander setzt währenddessen mehr auf die ausgewogene Betrachtung inhaltlicher und technischer Aspekte. Auch wenn Emotionen oft der entscheidende Faktor bei der Bewertung sind: Die Antworten der Jury deuten auf einen sehr heterogenen « Kriterien-Pool » hin.

Wir haben das Ganze gleich mal ausprobiert, nämlich an Sebastian Schippers « Victoria », der dieses Jahr im Wettbewerb läuft. Er verfolgt die junge Victoria bei ihrem nächtlichen Trip durch Berlin, der sich im Laufe der Geschichte zu einer rasanten Tour de Force entwickelt. Technische Besonderheit: Der 140 Minuten lange Film wurde in einer einzigen Einstellung gedreht. Was das für den Film bedeutet und welche Emotionen die Jury aus dem Kinosaal mitgenommen hat, erzählen Hendrik, Pauline und Alexander im Interview:

 

Victoria © Senator Film Verleih

Victoria © Senator Film Verleih