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Was Schuhgrößen Sortieren mit der Berlinale zu tun hat – eine Jury lernt sich kennen

 

„Bonjouuuur et bienvenue !“ Die sechs jungen Leute, die mit Reisetaschen und Rollkoffern die Räumlichkeiten des Deutsch-Französischen Jugendwerks im Berliner Nikolaiviertel betreten, werden herzlich begrüßt. Man hat sie hier schon sehnsüchtig erwartet, denn sie sind die diesjährige siebenköpfige Jury des DFJW-Preis Dialogue en Perspective. Ja, richtig gehört: Siebenköpfig. Der siebte steckt noch im Stau und müsste jeden Moment ankommen…

Der Sprung ins kalte Wasser

Es ist für alle ein ziemlich spannender Moment: Die Jurymitglieder treffen hier zum ersten Mal aufeinander. Sie wissen weder, was für ein dichtes und aufregendes Programm sie erwartet, noch, wie das Ganze genau in der Praxis ablaufen wird. Was sie wissen: In den kommenden zehn Tagen werden sie nonstop auf der Berlinale „ausschwärmen“ und die Filme der Sektion Perspektive Deutsches Kino, aber auch andere spannende Aspekte der 65. Berlinale erleben und diskutieren. Ihre Mission: Den besten Film der Perspektive Deutsches Kino finden und mit dem DFJW-Preis Dialogue en Perspective küren. Doch bis dahin liegt noch viel vor ihnen. Und das ist zunächst einmal die ganz offizielle Begrüßung durch die Generalsekretärin des DFJW, Béatrice Angrand.

„Philosophie des doppelten Blicks“

Béatrice Angrand klärt über die Entstehung der Zusammenarbeit zwischen DFJW und Berlinale auf: Das Projekt Dialogue en Perspective gibt es nun schon seit elf Jahren. Es ist aus der Idee entstanden, die aufkommende Begeisterung für die „nouvelle vague allemande“, wie das aufstrebende junge deutsche Kino manchmal genannt wird, in Frankreich und in Deutschland nachhaltig zu stärken. Das Besondere ist, dass die Jury dabei das grundlegende Arbeitskonzept des DFJW reflektiert: die „Philosophie du double regard“, d.h. den interkulturellen Dialog durch die Zusammenarbeit im deutsch-französischen Tandem.

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Kennen lernen mal anders

Doch wie soll man so schnell miteinander warm werden, wenn man sich gerade zwischen Tür und Angel zum ersten Mal begrüßt hat und sich mal eben so die Namen der zukünftigen Jury-Kollegen merken kann? Ganz einfach, und zwar mit einer dem DFJW ureigenen Methode, der Sprachanimation! Dabei geht es vor allem darum, spielerisch durch verbale und non-verbale Kommunikation ein Gefühl für die Gruppe zu entwickeln. „Wir stellen uns jetzt alle nach geografischer Herkunft auf, und zwar relational zueinander, als wären wir auf einer Landkarte“, erklärt Alice Secretan vom Info-Café Berlin-Paris. Gesagt, getan. Die Aufgabe ist gar nicht so einfach. Die nächsten Aufgaben: Sich nach Schuhgröße sortiert in einer Reihe aufstellen, dann nach Augenfarbe – aufsteigend von hell nach dunkel. Und das Ganze bitte ohne zu sprechen. Nach wenigen Minuten herrscht allgemeine Erheiterung. Dann noch ein kurzes Speed-Dating-Spiel, bei dem sich in Kürze über vorgegeben Themen ausgetauscht wird.

Alexander, Alice, Chloé, Hendrik, Louise, Marian und Pauline, sie alle haben neben der Leidenschaft fürs Kino – ob professionell oder als Hobby – vor allem eins gemeinsam: Sie sind wahnsinnig gespannt auf die zehntägige interkulturelle Zusammenarbeit. Als letzter Punkt steht für heute die Besichtigung des Juryoffice am Potsdamer Platz zusammen mit Betreuerin Jutta Brinkschulte auf dem Programm. Und dann hat die Jury erstmal zwei wichtige Grundbedürfnisse: Essen und Schlafen, bevor es dann morgen so richtig losgeht.