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Zu Hause in ganz Europa

Jurymitglied Matúš Krajňák

Zum zweiten Mal ist in diesem Jahr ein Mitglied in der Dialogue en perspective-Jury des Deutsch-Französischen Jugendwerks vertreten, das weder aus Deutschland noch aus Frankreich kommt. Den 23-jährigen Slowaken Matúš Krajňák hat es schon früh ins europäische Ausland gezogen. Er besuchte Filmhochschulen in Bratislava und Brüssel, war freiwilliger Mitarbeiter für die Deutsche Kriegsgräberfürsorge und hat schon mehrere kürzere Filme gedreht. Heute lebt der multilinguale Matúš in Berlin und studiert seit letztem Herbst Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie.


Was hat dich gereizt, an der Jury teilzunehmen?

Ich bin kein Filmwissenschaftler, sondern gerade auf dem Weg, Regisseur zu werden. Da habe ich mir gedacht, warum das Ganze nicht einmal von der anderen Seite betrachten. Und ich freue mich auf neue deutsche Filme. Bisher kenne ich mich mit deutschem Kino leider noch nicht besonders gut aus.

Hast du besondere Erwartungen an einen Film?

Ich erwarte, dass mich ein Film eher emotional als intellektuell berührt. Das heißt aber nicht, dass ich Filme, die sehr rational und kühl sind, nicht mag oder verstehen kann.

Vor deinem Studium an der dffb hast du bereits einen Bachelor an der Filmhochschule in Bratislava abgeschlossen. Warum wolltest du ins Ausland?

Das Problem in der Slowakei ist, dass die Filmindustrie nicht so groß ist und auch nicht so viel Geld hat. Die Möglichkeiten für junge Regisseure sind nicht so vielfältig wie hier. Deswegen wollte ich nach meinem Studium auch ins Ausland gehen. Außerdem gibt es in der Slowakei nicht so viele internationale Studenten. Mir ist der Austausch mit Menschen aus anderen Ländern wichtig, weil ich dann auch besser meine eigene Kultur verstehen kann und wie sie auf andere wirkt.

Du sprichst neben Slowakisch auch Deutsch, Englisch, Französisch und Tschechisch. Woher kommt diese Neugier, ständig neue Sprachen zu lernen?

Ich war als Kind viel auf Reisen. Als ich etwa zwölf Jahre alt war, habe ich mich darüber geärgert, dass ich die Menschen im Ausland nicht verstehe. Wenn Europa schon so bunt ist und so viele Sprachen vereint, muss ich auch mehr davon lernen. Das war für mich ganz normal und ist mir auch nicht schwergefallen. Ich fühle mich eher wie ein Europäer als wie ein Slowake. Ich mag die Slowakei gerne, aber ich fühle mich in ganz Europa zu Hause, egal ob das jetzt hier ist oder in Helsinki.

Waren die Filme, die du bisher gedreht hast, alle auf Slowakisch?

Meine Filme waren bis jetzt auf Slowakisch, Englisch und Deutsch. Am liebsten würde ich Filme auf Englisch drehen. Immerhin ist das eine sehr populäre Sprache, die von vielen Leuten verstanden wird. Normalerweise muss man im Kino immer Untertitel lesen und kann sich nicht so gut auf die Bilder konzentrieren. Lars von Trier ist in dieser Hinsicht mein großes Vorbild, der dreht mittlerweile auch alles auf Englisch. Der Nachteil daran ist allerdings, dass dabei die Feinheiten der verschiedenen Sprachen verloren gehen.

Bei Synchronfassungen ist das noch schlimmer.

Hier in Deutschland ist das Problem, dass die meisten Kinofilme auf Deutsch gezeigt werden. Das gibt es in der Slowakei nicht, da werden alle Filme untertitelt. Synchronfassungen gibt es bei uns nur für Kinder.